Hier gibt es furchtbar viel zu lesen.
Wer aber über Außenhaltung nachdenkt, sollte sich die Mühe machen.

"Rund ums Schwein" möchte ich meine Linkseite nahelegen.
Besonders die Seite der
DMSL hat wirklich viele Infos zu Meerschweinchen.
Dort gibt es auch eine e-groups,
die jederzeit mit Rat (und oft auch Tat) zur Seite steht.

Die Texte dieser Seite beziehen sich maßgeblich auf Außenhaltung.
Es handelt sich nur um meine in 7 Jahren Aussenhaltung gemachten persönlichen Erfahrungen, die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit haben.
Für Innenhaltung gelten in manchen Punkten sicherlich abweichende Maßstäbe.

Gewünschtes Thema einfach anklicken.
Sicherung gegen Feinde Käfige und Isolierung Bepflanzung
Fütterung Gestaltung von Außengehegen Verhalten
Umsetzung nach "draußen" Parasiten

 

Sicherung gegen Feinde

Meerie-Gehege sollten gut gegen Katzen, Marder, Ratten, Raubvögel und Hunde etc. gesichert sein.
Bei unseren Gehegen ist ein solcher Schutz auf den ersten Blick nicht erkennbar. Tatsächlich habe ich über die Gehege nur in ca. 10-20 cm Abständen Gartendraht gespannt. Solch offene Gehege sind jedoch nicht jedermanns und jederschweins Sache und eher selten. Warum eigentlich so, und nicht anders?

Na ja, wir lieben nicht nur Meeries. Ein weiteres Hobby von uns ist Gartengestaltung. Also haben wir unsere Gehege auch nach optischen Gesichtspunkten gestalten wollen, und da ist so ein Riesendrahtdeckel über einem rechteckigen flachen Gelände weder schön noch praktisch. Außerdem versuchen wir "der Natur" so nahe wie möglich zu kommen. Mein Traum wären so echte "Wildschweine" -ganz ohne Zaun und Draht- die durch den ganzen Garten wuseln, aber dies wird wohl ein Traum bleiben...

Wie schützen wir die Tiere noch?

Das Gelände ist hügelig und buckelig. Die höheren Stellen in den Gehegen sind fast so hoch wie der gespannte Draht. Dies erschwert einer Katze die Verfolgungsjagd ungemein.
Unter den Hügeln befinden sich Höhlen mit mindestens 2 Ein/Ausgängen, die groß genug sind, daß eine Katze nicht "fischen" kann. Durch die mindestens 2 Ein/Ausgänge kann's Schweinerl vorne rein und hinten raus. Oberirdisch sind da ja wieder Drähte, Äste, Wurzeln oder Pflanzen im Weg, so daß Katze da so schnell nicht hinterher kommt.

Die Eingänge zu den Käfigen sind auf ca. 40-50 cm Länge aus Drahtgeflecht gebaut, so daß grad ein Schweins (bei Gegenverkehr wird's echt lustig...) durchpaßt. Eine Katze wird über diese Distanz i.d.R. nicht durch einen "Drahttunnel" kriechen.
In den Gehegen liegen viele große Steine, Wurzeln und allerlei Zeugs aus'm Wald rum. Auch das "stört" die Katze und schützt das Schweinchen.

Wenn wir eine Katze zufällig in der Nähe unserer Gehege sehen, wird sie mit großem Getöse, bösen Worten und auch mal mit rumliegenden Spielzeug ordentlich verjagt... (tut mir ja leid, aber geht nicht anders...). allerdings beobachten wir in letzter Zeit, daß die Katzen zwar weiterhin unseren Garten durchqueren, aber völlig desinteressiert und frustriert an den Gehegen vorbeitrotten... unsere Maßnahmen scheinen erfolgreich zu sein.

Ausgewachsene gesunde Meeries sind eigentlich nicht die bevorzugte "Beutegröße" einer Katze und haben in geeignetem Gelände wenig zu befürchten. Jungtiere sollten in den ersten Lebenstagen keine Möglichkeit haben ein solches Gehege zu erreichen. Sie sind ideale "Katzenopfer".

Kranke, behinderte und schwache Tiere gehören nicht in Gehege wie unsere. Da würde "Mutter Natur" erbarmungslos zuschlagen, und diese Tiere würden der Witterung, einer Katze, einem Greifvogel oder sonstwas zum Opfer fallen.

Hunde haben in den Gehegen keine Chance, und kommen normalerweise auch nicht allein vorbei...

Greifvögel haben in unserer Umgebung wesentlich bessere Jagdgefilde, so daß sie hier nicht auftauchen. 50 m nach unserem Garten gibt es haufenweise Felder und Wälder.

Marder und Ratten konnten wir hier noch nie entdecken. Hoffen wir, daß es so bleibt... Nachtrag April 2002: Leider ist es nicht so geblieben. Nach 5 Jahren ohne Zwischenfälle, hat eines Nachts ein Marder, Iltis oder Wiesel einen der Käfige aufgesucht. Schlappen hat sich ihm offensichtlich in der Laufkiste entgegengestellt um die Mädels in der Schlafhütte zu schützen. Dank des leichten Schlafes meines Mannes, der ihn dann in Angststarre vorfand, ist es nochmal glimpflich ausgegangen. Schlappen hat ordentliche Verletzungen am gesamten Kopf davongetragen, aber er ist wieder wohlauf. Jetzt werden die Gehege nachts zugesperrt.

Fazit: Wenn man das Gehege nicht bestmöglich zum Vorteil der Meeries einrichten kann, oder die Tiere Anlaß bieten, sich zu sorgen, sollte man unbedingt gründlich sichern. Und... wer eine besorgte Natur ist oder ein schwaches Herz hat, sollte auch Abstand von allzu "naturnahen" Gehegen nehmen. Anfangs bin ich mehrfach täglich laut fluchend und unter schwerstem Herzrasen in den Garten gejumpt, weil irgendwo eine Katze war und wollte schon Alles "zunageln"... das hat mir zeitweise völlig die Freude an den Gehegen genommen. Es hat lang gedauert bis ich Vertrauen in meine Schweinchen hatte.

An dieser Stelle Dank an meinen Mann; der hatte da nie Zweifel!

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Käfige und Isolierung

Bei den Ställen ist wichtig, daß sie stabil und wetterfest sind. Bei Winterhaltung sind gut isolierte Schlafstätten ein Muß. Die beste Isolierung erreicht man mit Holz/Styropor/Holz. Trotz Isolierung muß zugfreie Belüftung gewährleistet sein. Meeries vertragen eine Menge Kälte, aber keine Feuchtigkeit!
Unsere Meeries haben schon Winter mit minus 20 Grad problemlos überstanden. Da gabs dann auch jeden Tag Heu bis zum Deckel in die Schlafkiste. Heu schmeckt nicht nur gut, sondern wärmt auch vorzüglich. Allerdings ist dies mit Vitakraft als Partner finanzieller Ruin. Da muß man das Heu schon säckeweise beim Bauern beziehen!

Feuchtigkeit bildet sich allein schon durch die Atemluft der Tiere, schlägt bei "zu guter" Isolierung an den Wänden nieder und führt zu ungesund hoher Luftfeuchtigkeit. Außerdem bildet sich dann schnell schädlicher Schimmel und Fäulnis im Innenbereich der Käfige. Wir haben deshalb entweder keine 100%ig schließenden Deckel oder sonstige "Belüftungstechniken" die ich mit Worten schlecht erklären kann.... Es sollten keine gegenüberliegenden Belüftungen gewählt werden. Dies führt zu Zugluft.

Für Deckel kann ich Teichfolie oder LKW-Planen empfehlen. Leichte unverrottbare Materialien. Holzdeckel mit Teerpappe sind schrecklich schwer und bei weitem nicht so haltbar. Bei den "Folien-Deckeln" kann man prima einen leichten Holzrahmen aus Dachlatten bauen, den man mit Styroporplatten füllt, die Folie drumlegt und festtackert. Teerpappe muß flächig unterlegt sein, so daß man viel Holz braucht und ab einer gewissen Größe gute Muckis und Jumbo-Scharniere braucht.

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Bepflanzung

2 Fragen werden mir immer wieder gestellt:

1. Wieso sind eure Gehege so schön grün?

Naja, da steckt schon eine Menge Arbeit hinter. Zunächst muß man wissen, daß keine Grasnarbe überlebt, wenn sie ständig bis zum Boden abgefressen wird. Ergo muß man die Gehege von Zeit zu Zeit zur Erholung der Grasnarbe schlichtweg schließen. Deswegen kann ich nur empfehlen bei Gehegebau immer so zu bauen, daß man ein zweigeteiltes Gehege hat. Je nach Wetterlage und Menge des zugefütterten Grases (täglich nötig, sonst ist die Narbe schon in einigen Tagen platt) ist dies spätestens nach 6 Wochen nötig. Dann braucht es 2-4 Wochen, bis der Rasen sich erholt hat. Für die Einsaat kann ich Schattenrasen empfehlen. Der heißt nämlich so, weil er extrem schnellwüchsig ist, nicht weil er nur im Schatten gedeihen würde.

Im Winter ist das Ganze natürlich ziemlich zwecklos. Und ich möchte hier gestehen, daß das "schöne Grün" bei uns im Winter reinstes Moos ist... kein Grashalm weit und breit mehr. Im Frühjahr muß das Moos dann flächig entfernt und der Rasen neu eingesät werden.

2. Wieso fressen die Meerschweinchen Euch die Pflanzen nicht auf?

Wir haben einige Pflanzen in den Gehegen vor Ihnen geschützt. Alle Pflanzen die Stämme haben (Weidenbäumchen, Rohododendren etc.) sind unten mit Gartenzaun umwickelt. Fällt kaum auf, der Stamm kann atmen und wachsen, aber das Schweinerl kommt nicht dran.

Dann gibt es da aber auch noch die ungeschützten Pflanzen, die die Schweinchen nicht anrühren. Warum nicht? Tja, ganz genau weiß ich das auch nicht, aber zu 99% nehme ich an, daß sie schlichtweg giftig oder extrem unschmackhaft sind. Es gibt kaum oder keine expliziten Untersuchungen, welche die Giftigkeit von Pflanzen an Meerschweinchen untersucht haben. Das scheint kaum jemanden zu interessieren... Die einzige Seite die ich kenne, die die Giftigkeit für Kaninchen, Meeries, Katzen und Sittichen trennt und wirklich viele Pflanzen aufführt, ist auf
Tiere-Online. Aber hier wird z.B. der Krokus als giftig angegeben. Meine Tiere fressen die Blätter mit Begeisterung und vertragen ihn... Inwieweit diese Liste wissenschaftlich fundiert ist, kann ich also nicht beurteilen. Sicherlich gibt es auch Unterschiede in den nötigen Mengen, die auf ein Tier giftig wirken, welche hier aber nicht angegeben sind. Für Menschen werden Pflanzen in Giftklassen eingeteilt. Für Tiere leider nicht. Nicht jede giftige Pflanze tötet bereits beim Probieren, so daß eine Einteilung in Giftklassen sicherlich wünschenswert wäre. Aber wie bereits erwähnt, hierfür gab es wohl nie ausreichenden Bedarf in der Forschung. Hierfür qualvolle und sinnlose Tierversuche anzustellen befürworte ich auch nicht. Man muß sich also bei dieser Art der Haltung auf die Instinkte der Tiere verlassen, oder Gehege ohne Bepflanzung einrichten. Grundsätzlich ist es so, daß Tiere instinktiv wissen, was sie vertragen und in welcher Menge. Allerdings darf man einen solchen Instinkt auch nicht überstrapazieren. Ein Tier, daß kaum Grünfutter erhält, wird eher der Versuchung erliegen, als ein Tier, daß ständig reichlich verträgliches Angebot hat. Das ist auch ein Grund, warum ich täglich so viel Gras, Löwenzahn, Giersch und und und... zufüttere, wie ich kann. Neue Tiere werden auch erstmal langsam an große Frischfuttermengen herangeführt, bis sie in die Gehege dürfen.

Bei offenen Gehegen besteht trotzdem immer ein Restrisiko. Niemand kann dafür garantieren, daß ein Tier aus reiner Neugier sich nicht doch mal an Giftpflanzen vergeht. Wer berechtigten Zweifel an den Instinkten seiner Tiere hat, sollte Gehege ohne Pflanzen einrichten. Aber auch hier kann immer mal ein Blatt durch den Wind reingetragen werden...

Dieses Risiko muß man zu tragen bereit sein, wenn man naturnahe Gehege einrichten will.


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Fütterung

Grundnahrungsmittel Nr. 1 ist und bleibt -auch in Außenhaltung-

frisches Heu, Heu und nochmal Heu,

welches sowohl für die Verdauung als auch für den Abrieb der Zähne unerläßlich ist. Dazu täglich Vitamine in Form von Gemüse und Obst. Wie bereits an anderer Stelle geschrieben, bekommen unsere Tiere im Sommer zusätzlich täglich frisches Grünfutter von der Wiese bis zum Abwinken... Im Sommer benötigen die Tiere hierzu eigentlich keinerlei Trockenfutter. Ich kann es aber auch (noch) nicht ganz lassen... ein bissl bekommen sie doch auch im Sommer davon.

Im Winter sollte die Ernährung nahrhafter sein. Meerschweinchen bilden kein ausgeprägtes Winterfell. Das Fell wird zwar etwas dichter und länger, aber sie besitzen keine Unterwolle, die sie wärmt und isoliert, wie z.B. Kaninchen. Um ihre Körpertemparatur zu halten, brauchen sie also viel Energie. Ich verzichte im Winter nicht auf Trockenfutter. Sie bekommen den Napf voll, der allerdings erst wieder gefüllt wird, wenn er leergefressen ist. Da ich Mischfutter füttere, verhindere ich so, daß sie nur die Leckerlis fressen. Manchmal getrocknetes Brot. Hin und wieder gibt es auch mal Vitamine dazu (meist Vitakombex) und etwas Mineralien (Vitakalk).

Und immer wieder kommt auch die Frage nach den Tränken. Hierzu kann ich leider wenig sagen. Meine Tiere trinken nicht. Weder im Sommer, noch im Winter. Weder aus Tränken, noch aus Näpfen. Selbst übernommene Tiere, die beim Vorbesitzer die reinsten Tränkensäufer waren, stellen das Trinken in den Außengehegen umgehend ein. Da mir das immer wieder Sorge bereitet, haben wir einen recht hohen Verbrauch an Schlangengurken... ;-) Bei Minustemperaturen muß ich die (wie anderes Frischfutter auch) natürlich in die Schlafkisten geben, weil sie sonst in kürzester Zeit gefroren sind. Bei sehr tiefen Temperaturen sind auch die Schlafkisten nicht frostfest. Dann gibt es ggf. auch zweimal am Tag Frischfutter.

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Parasiten

Tiere in Außenhaltung werden mehr mit Parasiten Kontakt haben als bei Innenhaltung. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß sie mit einem bestimmten "Level" an Parasiten aber durchaus selbst fertig werden. Dies hängt zu einem großen Teil auch von der gesundheitlichen Verfassung allgemein und dem Immunsystem ab. Es gibt Tiere, die schreien immer "hier" und andere werden seltener befallen. Deswegen behandle ich die Tiere erst, wenn ein schädliches Ungleichgewicht eintritt, welches dem Tier Beschwerden bereitet. Tiere in Außenhaltung parasitenfrei bekommen zu können halte ich für utopisch. Die folgenden Anmerkungen sind reine Erfahrungen und Überzeugungen ohne wissenschaftlichen Anspruch. Weiterhin rate ich von Behandlungen "auf Verdacht" ab. Wer selbst keine sichere Diagnose stellen kann, sollte das Tier einem Tierarzt vorstellen. Haut- und Haarveränderungen können auch Pilze als Ursache haben. Da helfen Mittel gegen Parasiten dann garnix. Außerdem gibt es natürlich auch andere Behandlungsmethoden. Ich führe aber nur auf, welche Mittel ich persönlich verwende.

Grabmilben
Diese Milben leben in der Haut, in die sie sich regelrecht Gänge graben. Ein beschwerdeverursachender Ausbruch (Juckreiz, schorfige Haut, Haarausfall, entzündete Wunden durch Kratzen) wird extrem durch Stress (in erster Linie beim Festlegen neuer Rangordnungen, Änderung der Gruppenzusammen-
setzung) gefördert. Bei starkem Befall ist eine Behandlung zwingend notwendig. Das Tier kann sonst so starken Juckreiz bekommen, daß es sich überall blutig kratzt und beißt und sogar epileptische Anfälle bekommen kann. Manchmal geht der Befall auch von selbst wieder zurück. Solange das Tier keinen Juckreiz verspürt und nur wenige Stellen betroffen sind, behandle ich nicht. Wenn eine Behandlung nötig ist, dann nur mit Mitteln, die ich zuhaus anwenden kann, und nur das betroffene Tier. Das mehrfache Einfangen und Transport zum TA ist für unsere (Wild-)Schweinchen extrem stressig und somit für den "Heilungsprozess" kontraproduktiv.
Mittel erster Wahl ist für mich Ivomec Pour On, welches man hinter die Ohren aufträufelt. Die Behandlung sollte 3 mal im Abstand von 7-10 Tagen durchgeführt werden.

Haarlinge
Sie ernähren sich von Hautschuppen und Haaren. Sie sind eklig, aber relativ harmlos und leicht zu behandeln. Kann man sich immer mal mit Heu oder neuen Tieren einschleppen. Bolfo Flohpuder oder Spray vernichtet die Krabbelviecher binnen einer Stunde. Behandlung nach 10 Tagen sicherheitshalber wiederholen. Es sollten alle Tiere einer Gruppe mitbehandelt werden, damit man sie sicher loswird. Eine Behandlung der Umgebung ist nicht zwingend notwendig, wenn man nach 10 Tagen wiederholt. Eine gründliche Reinigung der Käfige und Einrichtung ist aber angebracht.

Kokzidien
Dies ist ein heikles Thema.
Fakt ist, daß die Kokzidien bei einem -aus irgendeinem Grund- geschwächten Tier wahnsinnig schnell überhand nehmen und das Tier zum Zusammenbruch bringen können.
Fakt ist aber auch, daß man ein Außengehege nicht kokzidienfrei erhalten kann. Hierzu müßte der gesamte Boden 50 cm tief abgetragen und erneuert werden. Sämtliche Ställe, Hölzer, Wurzeln usw. müßten über 70 Grad erhitzt werden. Einstreu müßte täglich erneuert werden. (Das ginge ja noch, aber dazu gehören dann auch die Ausläufe, weil hier wieder Köttel mit Kokzidien rumliegen könnten.) Dies ist schlichtweg unmöglich. Und selbst wenn man das hinbekäme: der nächste Grashalm, den man füttert, kann schon wieder Kokzidien an sich haben... Außerdem können die Biester monatelang im Boden ohne Wirt überleben...

Einem rundrum gesunden Tier können die Kokzidien Nichts anhaben. Erkranken die Tiere jedoch an irgendetwas Anderem, so können die Kokzidien sich in dem geschwächten Tier rasant vermehren und das Tier zusätzlich schwächen.

Eine Behandlung halte ich persönlich bei Außenhaltung für ziemlich sinnlos. Wenn der Befall an Kokzidien ansteigt, ist vermutlich eine andere Erkrankung primär verantwortlich, die schnellstens samt der nunmehr schädlichen Kokzidien behandelt werden muß.

Pelzmilben
Auch die holt man sich schonmal mit Heu und neuen Tieren rein. Wenn Bolfo nicht wirkt, kann man noch Frontline anwenden. Alle Tiere behandeln. Käfige und Einrichtung gründlich reinigen.

Läuse
Ebenfalls blinde Passagiere... Auch hier müssen alle Tiere behandelt werden und eine gründliche Reinigung ist angesagt. Frontline beseitigt sie zuverlässig.

Um Parasiten das Leben in den Käfigen generell zu vergrausen, verwende ich Ardap. Nach der Anwendung gründlich lüften. Das Mittel wirkt dauerhaft bis zu 6 Wochen. Nicht an Stellen anwenden, an die die Tiere drankommen.
BTW: Regelmäßig aber sparsam Ardap auf die Fensterrahmen und Lampen tötet Fliegen und sonstiges Fliegezeuchs auch im Hause sehr effizient.

Fazit

Mit Grabmilben und Kokzidien werden Außenhaltungstiere wohl zwangsläufig immer wieder konfrontiert und zurechtkommen müssen. Läuse, Pelzmilben und Haarlinge kann man ziemlich sicher auch wieder loswerden.

Ich rate bei Aussenhaltungstieren generell von Badezusätzen ab. Einfangen, ins Haus holen, baden und trockenfönen ist enormer Stress für die Tiere. Die Erkältungsgefahr ist auch sehr hoch.

Bei Außenhaltung ist es besonders wichtig, daß die Tiere in möglichst harmonischen Gruppen und streßfrei leben. Dies ist die beste Vorsorge gegen Parasiten und Krankheiten überhaupt. Im Falle von Erkrankungen jedweder Art sind Außenhaltungstiere (wie Tiere in der Natur auch) extrem gefährdet. Mutter Natur schlägt da ziemlich schnell und erbarmungslos zu. Erkrankt ein Tier in Außenhaltung, so ist ein Tod binnen Stunden nicht selten. Es kommt erschwerend hinzu, daß die Meeries Meister im "Krankheiten verbergen" sind. Bei den ersten Anzeichen einer Erkrankung (vor Allem bei Durchfällen wg. Verdacht auf Überhandnahme von Kokzidien!!!) sollte man schnellstmöglich einen TA aufsuchen. Im Zweifelsfall sofort mit einem verträglichen breitbandig wirkendem Antibiotikum behandeln. Für zeitaufwendige Diagnosen und Untersuchungen bleibt leider oft keine Zeit mehr (siehe auch Verhalten).

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Verhalten

Außenhaltungstiere können extrem "verwildert" werden. Ich hatte schon Tiere, die im Käfig noch die reinsten Kuschelschweinchen waren. Nach drei Wochen draußen war es aus mit "Kuschelschwein" und sie flüchten sofort in die sicheren Gehege. Hat man sie im Käfig gefangen, erinnern sie sich plötzlich garnicht mehr an menschliche Hände. Beißversuche kommen da auch vor (Tinger ist schlagartig zum "bissigen Wildschwein" geworden!). Dies hängt aber auch vom Charakter der Tiere ab. Schlappen z.B. flüchtet zwar auch sofort, aber er würde niemals Beißversuche starten.

Auch sollte einem bewußt sein, daß "Außen-Meeries" eine große Scheu gegenüber Menschen entwickeln können. Vor Allem, wenn auch Kinder im Garten sind. Einige unserer Meeries lassen sich aus der Hand füttern, aber fangen ist unmöglich; streicheln klappt manchmal wenn's Schweinerl mit Leckerzahn abgelenkt wird....
Das Alles geht nur in den Ställen und keinesfalls freiwillig...

Manche Schweinchen bleiben (oder werden) aber auch draußen zutraulich.

Das Wichtigste ist, daß man besonders darauf achtet, ob die Tiere gesund sind. Meeries verbergen Krankheiten so weit sie können. Im Haus merkt man u.U. schneller, wenn das Tier sich auffällig verhält. Bei Außenhaltung ist tägliche Kontrolle nötig. Aber selbst die kann zu spät kommen...

Ich möchte an dieser Stelle anmerken, daß ich es bisher nur einmal geschafft habe, ein innerhalb von Stunden erkranktes Tier (Luna) "durchzubekommen". In allen anderen Fällen ist das Tier, trotzdem die Erkrankung von mir binnen 24 Stunden festgestellt und sofort behandelt wurde, verstorben. Tiere mit Erkrankungen, denen sie in Innenhaltung vielleicht noch einige Tage was entgegenzusetzen hätten, unterliegen außen wesentlich höheren Risiken, weil sämtliche inneren und äußeren Parasiten gleichzeitig überhand bekommen und das Tier zusätzlich schwächen.

Ich weiß also wovon ich rede, wenn ich sage:

Schnellstes Handeln ist gefordert, wenn das Tier nicht zu den Fütterungen kommt, Durchfall hat oder gar bereits mit gesträubtem Fell in einer Ecke sitzt. Dann zählt jede Minute!!! Ein Warten bis zum nächsten Tag, um "erstmal zu schauen, ob es ihm morgen besser geht" dürfte das Todesurteil bedeuten!!!

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Umsetzung nach "draußen"

Die beste Zeit, um ein Meerschweinchen nach draußen umzusiedeln, ist im Frühjahr, wenn die ersten warmen Tage anstehen und es keine Nachtfröste mehr gibt. Mitte bis Ende Mai ist dies eigentlich in ganz Deutschland der Fall. Den ganzen Sommer über ist es garkein Problem. Als spätesten Zeitpunkt empfehle ich so Anfang bis Mitte September. Da hat das Tier noch 2 bis 3 Wochen Zeit für die Umstellung, bis schlimmstenfalls die ersten Herbstfröste eintreten können.

Kann man ein Tier auch mitten im Winter raussetzen?

Ja, man kann. Da Meerschweinchen keine Unterwolle bilden müssen, sondern sich hauptsächlich an die kühleren Verhältnisse gewöhnen müssen, ist das möglich. Aber dies erfordert geeignete Räume, einige Zeit und etwas Glück mit dem Wetter. Das Tier muß in einen
zugfreien! Raum, dessen Temparatur man täglich weiter absenken kann (Keller oder Dachboden mit Fenster). Wenn man den Raum jetzt täglich ca. 1-2 Grad absenkt, erreicht man nach 10-20 Tagen ein Sturz von 20 Grad auf ca. 5 Grad. Die meisten Kellerräume und Dachböden bekommt man allerdings garnicht bis auf 5 Grad runter, so daß eine Gartenhütte, die man ein wenig heizen kann, eine ideale weitere Station auf dem Weg nach draußen wäre. Wenn eine solche Hütte nicht zur Verfügung steht, kann man jetzt nur noch alle Häuser und Unterschlüpfe aus dem Käfig entfernen, damit das Tier eine kältere Umgebung bekommt. Wenn man bei ca. 5 Grad angekommen ist, braucht man jetzt noch etwas Glück. Die nächsten frostfreien Tage setzt man das Tier dann raus in die zukünftige Gruppe. Außerdem in den ersten Tagen unbedingt den Auslauf sperren! Durch die auch im Winter anstehenden Klärungen bzgl. Rangfolgen könnte es sonst passieren, daß das neue Tier nach draußen gejagt wird, wo es besonders kalt ist, kein Futter und Heu zur Verfügung steht und es sich nichtmal auskennt. In den ersten Tagen sollte man auch besonders viel wärmendes Heu überall verteilen. Auch nahrhaftes Futter sollte an mehreren Stellen zur Verfügung stehen, damit alle Tiere trotz evtl. enstehender Rangeleien jederzeit Futter in ausreichender Menge zu sich nehmen können. Man kann natürlich Pech haben, daß es ausgerechnet dann dauerhaft friert. Dann muß man eben weiter abwarten. Das Wetter ist das Einzige, daß man nicht vorherahnen kann.

Mit einer Gartenhütte hätte man noch die Möglichkeit, das Tier weiter sinkenden Temperaturen auszusetzen, aber jetzt bräuchte es dann auch bereits einen wärmenden Partner und wieder isolierte wärmende Unterschlüpfe. Man müßte also bei Frost dann erstmal ein Tier aus der Gruppe dazugesellen.

Meine generelle Empfehlung ist, daß man für jeden Grad Temperaturabsenkung einen Tag einkalkulieren sollte. Ab 5 Grad eine weitere Absenkung nur mit Partnertier und isolierten Unterschlüpfen vornehmen.

Diese Methode habe ich angewandt, als ich Luna wegen schwerer Erkrankung im Dezember ins Haus nehmen mußte. Ich hatte die Wahl: entweder ein weiteres Schweinchen von draußen zur Gesellschaft reinholen, weil sie nach ihrer Genesung allein einfach nicht ordentlich fressen wollte, und Beide hätten den ganzen Winter im Käfig fristen müssen, oder der Versuch sie wieder rauszusetzen. Da meine Schweinchen sich innen überhaupt nicht wohl fühlen, habe ich es probiert und es klappte problemlos. Ebenso habe ich Columbus im Februar mit dieser Methode nach draußen gebracht.

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Gestaltung von Außengehegen

Die Zaunhöhe für ein Außengehege sollte mindestens 40 cm betragen. Bis zu 10 cm des Zauns sollten man noch im Boden vergraben. Normalerweise graben, springen und klettern Meeries nicht, aber man weiß ja nie, was sie sich vielleicht mal irgendwo von einem Ninchen abgeguckt haben könnten... ;-)

Es muß auch reichlich Schattenfläche vorhanden sein. Meerschweinchen fühlen sich nur bei 16 bis 22 Grad "sauwohl". Höhere Temperaturen verbringen sie lieber an kühlen schattigen Stellen. Sie können auch leicht einen Hitzschlag bekommen. Deswegen Meeries niemals in Anlagen setzen, wo sie der prallen Sonne schutzlos ausgeliefert sind!!!

Zur Bepflanzung habe ich ja bereits Einiges geschrieben. Man kann natürlich auch auf die grüne Wiese verzichten und das Gehege z.B. mit Rindenmulch befüllen. Bei einem Gehege mit Rindenmulch sind schöne Gestaltungen mit großen Sandsteinen möglich. Diese bekommt man am günstigsten in einem Steinbruch. Jeder größere Bauhandel/markt führt sie auch; hier allerdings auch zu entsprechenden Preisen. Gehwegplatten sind leichter "verbaubar" als Bruchstein, weil diese i.d.R. doch ziemlich ebene Oberflächen haben.

Aus Kanalrohren und umgedrehten Blumenschalen kann man prima Tunnel und Höhlen bauen. Die Kanalrohre würde ich unten aufsägen. Sie pieseln und kötteln hier bevorzugt und das wird eine ziemliche Sauerei, wenn die Feuchtigkeit dann nicht in den Boden entweichen kann. Blumentöpfe sollten mindestens zwei Eingänge gesägt bekommen. Meerschweinchen mögen es, wenn sie mehrere Fluchtmöglichkeiten haben. Beide Materialen kann man dann mit reichlich Erde zuschütten und entweder mit Rasen einsäen oder auch mit Steinen und Mulch dekorativ verschwinden lassen.

Eine weitere Möglichkeit ist, das man Ziegelsteine aus dem Hausbau auf den Boden stellt, einen oder mehrere Dachziegel drauflegt und das Bauwerk dann mit Erde zuschüttet. Zwischen den Ziegelsteinen läßt man genug Platz zum Rein- und Raushuschen.

Sehr beliebt sind auch unsere "Futtersteine". Eine große Bruch-oder Gehwegplatte wird an allen vier Ecken auf ca. 5-8 cm hohe Steine gestellt. Dadrunter vorher ein Mulde ausbuddeln. Hier kann man prima die Nase rausstecken und fühlt sich trotzdem sicher. Obendrauf gibt es bei uns meist das Grünfutter. Wer mag, setzt sich dann obendrauf mittenrein in den Grasberg. Wer etwas scheuer ist zupft sich von unten die Halme herunter in die Mulde.
Solche Steinplatten sollten in keinem Gehege fehlen. Hier nutzen sich auch die Krallen der Tiere hervorragend ab.

Wenn man im Wald Tannenwurzeln findet und zwei starke Herren zur Verfügung hat, sollte man auch darauf nicht verzichten. Die meisten Tannenwurzeln lassen sich so günstig aufstellen, daß sie sehr dekorativ wirken und man die Stellfläche untergraben kann. Auch hier ist dann ein kühles übersichtliches Plätzchen geschaffen.

In fast alle Höhlen und Tunnel habe ich reichlich Sand verteilt. Dieser wirkt wie eine Drainage. Da die Tiere leider gerade an ihren bevorzugten Plätzen auch gerne pieseln und kötteln, würden hier sonst sehr schnell matschige Misthaufen entstehen. In dem Sand trocknen die Köttel weitgehend aus und versinken im Erdreich. Eine Reinigung ist nur 2 bis 4 mal pro Jahr nötig. Bei überdachten Gehegen muß man häufiger ran, weil der reinigende Regen entfällt.

Aus frischen Ästen und Draht kann man mit etwas Fingergeschick auch hübsche Raufen bauen und am Zaun befestigen. Die halten zwar höchstens ein Jahr, aber sie sehen einfach uriger aus als die handelsüblichen Metallraufen.

Aus Ästen und frischen Zweigen mit Blättern kann man auch Hütten bauen (notfalls im Wigwam-Stil indem man die Stiele einfach in den Boden steckt). Die Schweinchen fressen ihr Haus zwar in kürzester Zeit dann auf, aber so sind sie wenigstens sinnvoll beschäftigt.

Schlußendlich findet man fast bei jedem Waldspaziergang mal einen schönen großen Ast, Rindenstücke oder Steine, die sich in die Gehege integrieren lassen.
Irgendwie ist ein Außengehege nie fertig... es sieht jedes Jahr wieder anders aus!

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